Wir wollen, dass die Welt schön und lebenswert bleibt. Der Begriff Nachhaltigkeit – an dieser Stelle in der Politik gerne inflationär gebraucht und an vielen Stellen in Debatten auch gern missbraucht – kommt hier zur Sprache. Mittlerweile hängt es vielen Menschen zum Halse raus – weil alles und nichts inzwischen „nachhaltig“ genannt wird. Doch wie kann man sie erreichen, die gute alte Nachhaltigkeit, ohne sie dauernd beim Namen nennen zu müssen?
Wie erreichen Vereine, NGOs und andere Akteure, die sich für Bildung und eine nachhaltige (sprich: ökologisch sinnvolle und sozial verantwortungsvolle) Entwicklung einsetzen, ihre Anhänger ohne den mahnenden Zeigefinger zu zücken und Leute zu verschrecken? Wie können sie ihre Marke, ihre Botschaft und ihre Ideen wirksam verbreiten? Und was ist der Unterschied zwischen dem Marketing von Weltkonzernen wie Procter & Gamble und den Aktivisten von Greenpeace?

Am 11.09. haben wir zu einem Kolloquium für Bildungsträger und Akteure im Bereich der Nachhaltigkeit in die Kreativ-Etage eingeladen.

Wir haben einen Ausflug in die Welt der Werbung und der Gestaltung gemacht. Wir haben unseren Gästen veranschaulicht, dass gerade in der Non-Profit Branche eine gute Kommunikation von Nöten ist, um im ganzen Gewusel des täglichen Werberummels nicht unterzugehen. Wir haben verschiedene Strategien cleverer Gestalter und Kampagnenmacher beleuchtet und Mut gemacht es selbst anzupacken. Anschliessend folgte die offene Diskussionsrunde. Jeder hat eine gute Erfahrung aus seiner Profession mitgebracht. So haben wir viele gute Beispiele gehört wie Menschen von einem positiven Lebenswandel berührt wurden oder wie sie andere berührt haben. Auch Mittel und Wege, die unabhängig von Gestaltung gut funktionieren, um Mitmenschen anzustecken ökologischer und sozial verantwortlicher zu leben, sollten Anregungen in die Runde tragen. Manche Beispiele bewegten zutiefst.

Hier noch ein paar Stimmen aus dem Kolloquium:

Die Atmosphäre des Workshops fand ich sehr angenehm, da Ihr darauf geachtet habt, dass unsere Erfahrungsberichte gelungene Beispiele aufgreifen. Ein schöner Kontrast zu der aktuell getrübten Stimmung in der Erneuerbare Energien-Branche. Auch fand ich den Vortrag durch die gewählten Beispiele anschaulich. Für mich war dabei besonders wichtig, dass es nicht reicht Aufmerksamkeit zu erhaschen … sondern dass wir konkrete Lösungen anbieten müssen. Naomi Klein (NO LOGO) hat es in einem Interview recht bildlich ausgedrückt „What I think is ineffective is thinking that just scaring people is going to turn people into activists. Just scaring people just makes people scared. And when people are scared, they want to curl up in a ball.”
(Ulrike Nüssler, Thüringer Landesanstalt für Landwirtschaft, BioBeth)

Mir hat Euer Workshop sehr gut gefallen. Gastfreundliche und sehr sympathische Gastgeber, gute Gespräche in einer angenehmen Atmosphäre, ein motivierender Blick auf das mitunter demotivierende Thema „Nachhaltige Entwicklung“  – das hallt bei mir noch nach. Der Nachmittag (wenn auch kurz) hob sich wohltuend von fast allen Treffen von Nachhaltigkeitsakteuren ab, an denen ich bislang teilgenommen habe. Denn endlich stand mal nicht die Jammerei über fehlende Fördergelder im Vordergrund, sondern der Austausch von Erfahrungen, wie es gelingen kann, Menschen mit unserem unbequemen Thema zu erreichen.
(Thomas Pohler, ad fontes Büro für ökologische Bildung)

Danke für den spannenden und anregenden Gedankenaustausch vergangene Woche! Wir fanden das Kolloquium sehr bereichernd und freuen uns darauf, auch in Zukunft mit Euch Kontakt zu haben!
(Sabine Witt & Julia Bethke, Engagement Global)

 

Wir freuen uns auch darauf und auf ein nächstes Mal mit noch mehr guten Impulsen für eine schönere Welt mit der ganzen Schlagkraft guter Strategien und nervenkitzelnder Gestaltung!

Mit schönen Grüßen von Henriette Gruber, Andreas Bauermeister und Nils Volkmann