Projektbeschreibung

DEMOZENTRUM GREENTECH

Greentech aus Thüringen – aufbereitet für Jedermann und Jederfrau und jedes Kind

Die LEG Thüringen hat im Jahr 2011 eine Agentur für Greentech in Thüringen eingerichtet. Das monatelang nur als Verwaltungskonstrukt exisiterende Projekt bekam Vorstände und eine Organisationsstruktur und schliesslich Büros im Herzen von Erfurt. Von hier aus sollte die frohe Kunde ins Land gebracht werden: Thüringen ist grün und Thüringen ist innovativ. Wir durften exklusiv für die ThEGA ein Demonstrationszentrum entwerfen.

Die THEGA organisiert und finanziert Projekte im Greentech Sektor, vor allem über erneuerbare Energien, nachhaltige Mobilität und Energie und Ressourceneffizienz. Damit diese Projekte und Informationen auch anderen Menschen zugänglich wird (ausser den Beiratsmitgliedern und Unternehmen, die in der Thega vernetzt sind) brauchte es ein Demonstrationszentrum. Wir waren exklusiver Ansprechpartner und haben für die ThEGA eine Mischung aus Science Center und Museum entworfen. Das Demonstrationszentrum sollte allgemein über Greentech aufklären, aber auch möglichst motivierend und annimierend ausgestattet sein. Als Gebäude gab die LEG das riesige Heizwerk in Erfurt vor: Ein von außen imposant wirkender Bau, innen jedoch teilweise baufällig.

 

 

Die Vorgaben waren ambitioniert: In nur 14 Tagen sollte ein Areal von 1000 qm architektonisch und innenarchitektonisch durchgeplant und Inhalte für das Demozentrum vorgeschlagen werden. Auf 3 Stockwerken sollte das Demozentrum entstehen, zu diesem Zeitpunkt war schon klar, dass ein neuer Kubus alle drei Stockwerke des Heizwerkes durchbrechen sollte, das Herz der Greentech sozusagen.
Wir wollten die Geschichte der grünen Technologie nicht aussen vor lassen, die Entwicklung der Branche hat sich schliesslich jahrzentelang in unterschiedlichen Teilgebieten vollzogen. Wir wollten die Räume so bespielen, dass man einen Spaziergang von der Vergangenheit in die Gegenwart durchläuft und am Ende im Herzen des Zentrums alle Akteure Thüringens abrufbar vorfindet – hier kommt man im Gehirn des Demozentrums an. Das ThEGAZ als lebendiger Knotenpunkt des grünen Greentechherzens Deutschlands. Wir nutzten die offene Struktur des Gebäudes um wie auf einer Leiter den neustens Stand der Wissenschaft zu erklimmen.

 

1. Exterieur

Der Entwurf sieht neben einem großen begehbaren Energiegarten eine lebhafte Aussenfassade vor, die das Wachstum der Branche an der Fassade demonstriert. Gleichzeitig nutzt das Gebäude den über das hohe Dach stömenden Wind, um nachts immer sichtbar im Stadtbild zu bleiben, denn das Heizwerk ist ganz knapp am Zentrum der Stadt lokalisiert, aber fast schon zu weit weg für Laufpublikum, da es hier kaum Einkaufsmöglichkeiten mehr gibt.

2. Mobiliar

Im Erdgeschoss gibt es eine Wanderausstellung, die nicht nur im Heizwerk gezeigt werden soll. Alle Möbelentwürfe sind so gestaltet, dass Plakate und kleine Exponate sicher verpackt in einen LKW geladen werden können. Nichts muss auseinander oder zusammengebaut werden.

3. Zeitlauf

Der Besucher des Zentrums wird an die Hand genommen: Der Handlauf der die Treppen hinauf ins Herz des Zentrums führt, erklärt die Geschichte der grünen Technologie. Die Fassade des inneren Wohn-Kubus im Heizwerk ist mit Leuchtkästen ausgestattet, die auf sanftem Druck vom Handlauf illuminiert werden, der Handlauf selbst erklärt chronologisch die Meilensteine der Branche. Ein haptisches und visuelles Erlebnis.

4. Das Demozentrum auf dem Dach des Kubus.

Hat man den Zeitlauf und die Historie der Technologie durchschritten erreicht man auf dem Dach das Demozentrum. Neben Ausstellungsstücken der verschiedenen Branchen gibt es ein Mini-Science Center für Kinder und Schulklassen, eine interkative Karte Thüringens, die die Greentech-Akteuere der Region zeigen und eine begehbare Datenbank.

5. Die Datenbank

Wir haben vorgesehen, dass das Demozentrum ein Gedächtnis für vielfältige Informationen ist. Man findet in der Datenbank Hersteller, Unternehmen, Händler und Forscher auf dem Gebiet der Greentech und kann in großen Archivschränken Materialproben, aktuelle Flyer und Publikationen einsehen. In der Datenbank sollen sich die Akteure gegenseitig wiederfinden können und die Bürger Zugang zur Branche erhalten. Das Demozentrum ist also vielmehr ein sich immer erneuerndes Archiv als ein konservierendes Museum. Es klärt auf und vernetzt gleichzeitig.

 

 

 

© Idee & Umsetzung: Henriette Gruber, Karsten Guth, Nils Volkmann, Ulrich Fuchs, Timm Burkhardt

abgeschlossen im Dezember 2010