Projektbeschreibung

BAUHAUS IN CHINA
Eine Ausstellung im fernen Osten

• Aufgabe: Für die größte Produktdesign Messe in China, der „World Industrial Design Fair Ningbo” einen Messeauftritt für das Lehrmodell der Bauhaus-Universität Weimar gestalten.
• Das Projektteam war verantwortlich für die inhaltliche Konzeption, Kuratierung, Gestaltung, Planung, Abwicklung von Spedition, Finanzierung und schließlich auch für den Aufbauplanung und die Betreuung der Ausstellung vor Ort.
• Im Ergebnis informierte ein 90 m² großer Messestand in Form einer interaktiven Ausstellung chinesische Designer und Studenten über das aktuelle Weimarer Lehrmodell, das historische Bauhaus und zeitgenössisches deutsches Design.
• Der Messestand war so beliebt, dass das Team bereits zwei Monate später die gesamte Ausstellung auf der „Creative Industry Exposition” in Hangzhou erneut aufbauen konnte.

 

Im Hinblick auf die zu erwartenden Messebesucher (Geschäftsleute, Designer, Professoren, Studenten) unterteilten wir die Ausstellung in sieben Bereiche mit drei Hauptthemen:
1. Das historische Bauhaus:
In den ersten beiden Bereichen „Kopfschlauch” und „Kathedrale” erlebte der Besucher die ersten Bauhaus-Jahre in Weimar nach und begegnete den Design-Ikonen der Bauhauswerkstätten.
2. Das Weimarer Lehrmodell – Die Bauhaus-Universität heute:
In den Bereichen „Experiment”, „Ideenwald” und „Interdisziplinarität” zeigten wir den Besuchern drei wichtige Aspekte des Weimarer Lehrmodells: Die Möglichkeit zu experimentieren, die Entwicklung von selbstständigen Gestalter-Persönlichkeiten und die Aufgabe des heutigen Designers als Moderator von Disziplinen.
3. Deutsches Design und Leben in Weimar
Hier tauchten die Besucher in aktuelle Entwicklungen deutschen Designs und in das Leben in Weimar ein.

 

Die Besucher wurden durch eine Art Zeitschlauch geführt. Nicht von ungefähr erinnert der sogenannte „Kopfschlauch” an Scheuklappen, durch die man hindurch-„gegängelt” wird. Das soll vor allem die einst doktrinäre Enge der Lehre erfahrbar machen. Innen folgte man einem bebilderten und (in Englisch und Chinesisch) erläuterten Zeitstrahl. Die auf Kunststoffplatten gedruckten Darstellungen wurden vom Messelicht durchschienen, was den Bildern eine hohe Leuchtkraft gab. Der Kopfschlauch führte in die gleißend helle „Bauhaus-Kathedrale” mit ihren drei Grundformen und -farben.

Der Kopfschlauch:

In der mit dutzenden Tageslichtleuchten ausgestrahlten und damit gleißend hellen „Bauhaus-Kathedrale” wurden die Ikonen des Bauhauses persiflierend inszeniert, indem die Grundformen und Körper sakralartig auf einen Altar gehoben waren. In den Nischen der Kathedrale fanden Objekte des frühen Bauhauses Platz, darunter eine von Martin Ahner gefertigte Nachbildung der legendären Teekanne aus Silber von Marianne Brandt, von der im Original weltweit nur drei Exemplare vorhanden sind.


Im Ausstellungsteil „Das Experiment” zeigten wir den Entwurfsprozess: Hinter erfolgreichen Entwürfen steht ein langer Verlauf von Experimenten, Neugierde und der Freude, auch Fehler begehen zu dürfen.

„Students should be allowed to make mistakes. It is the only way to learn.” Lucius Burckhardt

Im äußeren Bereich wurden drei Entwürfe von Bauhaus-Studenten präsentiert, darunter eine Porzellanschüssel, ein Interface-Eingabegerät und eine Schokoladen-Serie.

Das Experiment – Außen und Innen:

Im inneren Teil des „Experiments”, der nur einzeln über eine Leiter zu betrachten war, bekamen die Besucher einen Einblick in den Prozess hinter den Entwürfen. Man sieht die Experimente, die verworfenen Vorentwürfe, die Inspirationen, Entwurfsskizzen und jede Menge Werkzeug. Die sinnliche Wirkung dieses Ausstellungsteils wurde besonders durch die intensiv duftenden Zutaten der Schokoladen-Küche verursacht. Das Experiment war sehr beliebt bei Publikum und Presse.

Der Ideenwald präsentierte die Gestalter hinter den Entwürfen. Die Ausbildung in Weimar zeichnet sich besonders durch die Entwicklung von selbstständig denkenden und agierenden Gestalter-Persönlichkeiten aus. An der Schule sammeln sich Designer, die eine sozio-ökologische Relevanz ihrer Entwürfe schon frühzeitig erkennen und mit einem hohen Grad von Verantwortungsbewusstsein in den Entwurfsprozess gehen.

Einer der wirkungsvollsten Werkzeuge des Designers ist seine Fähigkeit zwischen verschiedenen Kompetenzen und Disziplinen moderieren zu können. Auf diese Weise werden Lösungen und Idee geschaffen, die mit der alleinigen Perspektive einer Disziplin kaum hätten entstehen können.

„One essential challenge of design ist the moderation of disciplines.“ Hans Leo Höger 

Zwei Aspekte wollen wir hier zeigen. Zum einen Beispiele von aktuellem deutschen Design, dazu haben wir 8 bekannte Stühle deutscher Designer zum Benutzen vorgesehen. So können die Besucher das Deutsche Design nicht nur auf Bildern sondern ganz sinnlich und haptisch erfahren. Auf dem großen Lesetisch liegen Designbücher, die zum entdecken einladen. Die Bücher selber waren mittels eine extra für diese Ausstellung konzipierten Befestigungsmethode fixiert. Kleine, unkappbare Sehnen waren mit den Büchern befestigt und haben die Bücher nach dem Lesen immer wieder auf Position zurückgezogen.

Deutsches Design:

Zwei Aspekte wollten wir hier zeigen: Zum einen Beispiele aktuellen deutschen Designs, wozu wir acht bekannte Stühle deutscher Designer zum Benutzen vorgesehen hatten. So konnten die Besucher Design ganz sinnlich und haptisch erfahren. Auf einem großen Lesetisch lagen außerdem Designbücher, die zum Entdecken einluden. Die Bücher selbst waren mittels einer extra für diese Ausstellung konzipierten Befestigungsmethode fixiert: Kleine, unkappbare Sehnen an den Büchern zogen diese nach dem Lesen immer wieder auf ihre Positionen zurück.
Der zweite Aspekt dieses Ausstellungsteils stand unter dem Zitat “When I first came here I expected to find a museum, and found a school.” von Prof. Leonard R. Bacich (New York) bei seinem Besuch der Bauhaus-Universität vor wenigen Jahren. Um den Kontext zu erklären, wollten wir den Besuchern zeigen, was es bedeuten kann in Deutschland, respektive in Weimar, zu studieren und zu leben. Dazu gab es drei Bildschirme, auf denen Videos und Bilder vom Weimarer Leben gezeigt wurden: Wie und wo studieren bzw. wohnen die Bauhaus-Studenten, was machen die Bauhäusler, wenn sie nicht studieren?
Abgerundet wird dieses Kapitel mit großartiger Musik, die aus Weimar stammt. Darunter die wunderbaren Alin Coen Band, Jan Frisch, Die Pentatones, Chapeau Claque, Joe B. Hard & The What? und viele, viele mehr…

Leben in Weimar:

 

Give-aways für kleine und große Leckermäuler sowie Designkenner. „Tasteful German Design Classics“.

Give-aways:

 

© Entwurf und Umsetzung: Nils Volkmann vom Rugwind Design Studio, gemeinsam mit dem interdisziplinären Projektteam Goldspecht (Max Bauer; Johannes Hein, Dan Guo, Nils Volkmann, Carlotta Werner)

2007

 http://goldspechte.blogspot.de/